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8 Sep 2014
Analyse negativer und positiver Folgen des russischen Importverbots für europäisches Gemüse.

Russland verbietetden Import von sämtlichem Frischobst und –gemüse aus der EU.

Wie allgemein bekannt ist, veröffentlichte die Regierung der Russischen Föderation am 7. August dieses Jahres eine Liste mit Erzeugnissen, deren Import verboten ist. Hierzu gehört sämtliches Frischobst und –gemüse aus allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Weiterhin fallen unter diese Regelung die Staaten USA, Australien, Kanada, Norwegen und Japan.

 

  • EU-Exporte nach Russland und die am stärksten betroffenen Länder.

Laut Eurostat beliefen sich die Exporte von Frischgemüse und Knollen aller 28 EU-Länder nach Russland im Jahr 2013 auf 948.000 Tonnen und einen Wert von 769.098 Millionen Euro. Die bedeutendsten Gemüsesorten für den Export sind dabei frische Tomaten mit 229.579 Tonnen, gefolgt von Kohl mit 91.192 Tonnen. 

Das am stärksten von der russischen Maßnahme betroffene EU-Land ist Litauen, dessen nun verbotenen Frischgemüse- und Knollenexporte nach Russland sich auf 339 Millionen Euro belaufen, gefolgt von Polen (173 Millionen), den Niederlanden (87 Millionen) und Spanien (72 Millionen).

  • Länder, die am stärksten vom russischen Importverbot für Gemüse aus der EU profitieren.

Die Türkei wird am stärksten vom Importverbot Russlands für Obst und Gemüse profitieren. Neben ihr kommt es auch Nachbarländern wie Weißrussland und Usbekistan zugute, außerdem profitieren andere Länder wie zum Beispiel Länder aus Lateinamerika oder Marokko. Hohe Vertreter dieser Länder stehen bereits in Verhandlungen mit ihren russischen Amtskollegen, um die Pflanzengesundheitskontrollen für Importe zu lockern, um so den Zugang dieser alternativen Lieferanten zum russischen Markt zu erleichtern.

 

  • Der russische Importstopp für Obst und Gemüse kann auch sein Gutes haben.

Auch Zweifel über die Schlagkraft und die Dauer dieser Maßnahme ergeben sich aus der Verordnung, denn Putin selbst hält sich sozusagen den Rücken frei und bringt den Vorbehalt ein, dass die Dauer für das Importverbot innerhalb von drei Monaten geändert werden könne angesichts der Möglichkeit, dass der Rückgang der Importe zu einem unverhältnismäßigen Preisanstieg bei Nahrungsmitteln führen könnte. Die russische Regierung hatte die Regulierungsbehörden bereits angewiesen, die Preissituation des Binnenmarktes zu überwachen mit dem Ziel, eine Preissteigerung nicht zuzulassen.

Doch diese Situation kann auch ihre positive Seite haben, sofern die einfließenden Variablen angemessen gesteuert werden. Wenn die Europäische Kommission schnell und effizient handeln will, so müsste sie die Maßnahmen zum Pflanzengesundheitsschutz für Obst- und Gemüseimporte aus Drittländern verstärken und so das Angebot von Erzeugnissen von außerhalb verringern, damit der Markt problemlos die internen Erzeugnisse aufnehmen kann. Es ist weder einleuchtend noch angebracht, dass bestimmte Länder weiterhin Obst- und Gemüseprodukte in die Europäische Union importieren, die mit Pestiziden belastet sind, in manchen Fällen sogar in gefährlichem Maße. Die wiederkehrenden Fälle, bei denen Pestizidrückstände bei Importen aus bestimmten Ländern festgestellt werden, müssen ein sofortiges Ende haben.

Manche Länder werden vom Fehlen europäischer Obst- und Gemüseerzeugnisse in der Produktpalette der Märkte der Russischen Föderation stark profitieren, so zum Beispiel die Türkei, Weißrussland, Usbekistan und Länder aus anderen Regionen wie Asien, Nordafrika oder weiter entfernte Regionen wie Lateinamerika. Die Europäische Union muss jedoch geeignete Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass keine Produkte auf den EU-Markt gelangen, welche keine ausreichende Qualität und Gesundheitsgarantien aufweisen, welche nicht unter sozialen Mindeststandards erzeugt werden oder sogar eine starke Konkurrenz für interne Erzeugnisse darstellen können. Wenn die russischen Maßnahmen eine Marktkrise auslösen können, so ist es an der Zeit, mutige Entscheidungen zu treffen, die mittel- und langfristig positive Ergebnisse für die Erzeuger und Verbraucher der Europäischen Union bringen.

 

  • Welche Auswirkungen werden die Importverbote der russischen Regierung auf die europäischen Lauch- und Stangensellerieerzeuger und -exporteure haben?

Nach der durchlebten Sorge der vergangenen Wochen als Reaktion auf das russische Importverbot für europäisches Obst und Gemüse ist anzunehmen, dass die sowohl die Lauch- als auch die Staudensellerieerzeuger nicht am stärksten unter dieser Maßnahme zu leiden haben werden.

Lauch

Die Russische Föderation stellt für den Lauchexport aus den 28 EU-Ländern den Hauptabsatzmarkt dar. Darauf folgen die Länder Norwegen, Kanada und die Schweiz als Exportziele für Lauch aus den 28 EU-Staaten.

Exportierte Tonnen aus den 28 EU-Ländern im Jahr 2013.

Im Jahr 2013 erreichten die Lauchexporte aus den 28 EU-Ländern nach Russland 4.396 Tonnen bzw. einen Wert von 4.358.295 Euro. Dies macht einen Anteil von 38% der Ausfuhr aus der EU in Drittländer aus.

Eurostat-Zahlen belegen, dass weniger als 2% der Gesamtproduktion an Lauch in Europa nach Russland gehen, daher wird nicht erwartet, dass der russische Importstopp für die Erzeuger und die Betriebe in Europa starke Auswirkungen haben wird.

Die am stärksten von den Einschränkungen betroffenen Länder sind Litauen, Belgien und Polen.

 

LAUCHexporte der 28 EU-Länder in die Russische Föderation. Jahr 2013.

LAUCHexporte der 28 EU-Länder in die Russische Föderation. Jahr 2012.

 

Staudensellerie

Die Russische Föderation ist der Hauptexportmarkt für Staudensellerie aus den 28 EU-Ländern.Hinter Russland folgen als Zielländer für Staudensellerie aus den 28 EU-Staaten Norwegen, die Schweiz, Weißrussland und die USA.

Exportierte Tonnen aus den 28 EU-Ländern im Jahr 2013.

Im Jahr 2013 lag der Export von Staudensellerie aus den 28 EU-Ländern nach Russland bei 5.458 Tonnen und einem Wert von 2.794.358 Euro. Dies entspricht im Hinblick auf das Gewicht 62% der Gesamtausfuhr der EU in Drittlänger.

Nach Eurostat-Zahlen sind 5,9% der gesamten Staudensellerieproduktion in Europa für den russischen Markt bestimmt, daher wird erwartet, dass das russische Importverbot auf die Erzeuger und Betriebe im Staudensellerieanbau nur geringfügige Auswirkungen zeigen wird.

Die am stärksten von den Einschränkungen betroffenen Länder sind Litauen, Polen und Belgien.

STAUDENSELLERIEexporte der 28 EU-Länder in die Russische Föderation. Jahr 2013.

STAUDENSELLERIEexporte der 28 EU-Länder in die Russische Föderation. Jahr 2012.

 

 

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